Am 22. August 2026 stand für uns die erste große Pokalreise der neuen Saison an. Das Ziel: Trier. Schon am frühen Morgen machten wir uns von Leipzig aus auf den Weg. Die Strecke war lang, doch bei guter Musik, ausreichend Proviant und vielen Gesprächen über zukünftige Transfers und die mögliche Aufstellung vergingen die Stunden schneller als gedacht. Schließlich hat eine Auswärtsfahrt im DFB-Pokal immer ihren besonderen Reiz.
Je näher wir Trier kamen, desto größer wurde die Vorfreude. Die älteste Stadt Deutschlands bot mit ihren historischen Gebäuden und der sommerlichen Atmosphäre eine ungewöhnliche Kulisse für einen Fußballnachmittag. Nach einem kurzen Abstecher an die Mosel ging es für uns weiter zum Moselstadion.

Im Gästeblock sammelten sich nach und nach die mitgereisten Leipziger. Trotz der langen Anreise war die Stimmung gut. Fahnen wurden aufgehängt, Schals hochgehalten und spätestens beim Einlaufen der Mannschaften war jeder im Pokalmodus. Das Moselstadion wirkte im Vergleich zu den großen Bundesliga-Arenen angenehm traditionell: enge Ränge, eine leidenschaftliche Heimkurve und diese typische Pokalatmosphäre, bei der der Außenseiter an seine Chance glaubt.
Auf dem Platz wurde schnell deutlich, dass Trier nicht nur zum Zuschauen gekommen war. Die Gastgeber kämpften um jeden Ball und wurden von ihrem Publikum lautstark unterstützt. Für uns im Gästeblock war das Spiel deshalb zeitweise nervenaufreibender, als es manchem Leipziger lieb gewesen sein dürfte. Im Pokal zählen schließlich weder der Marktwert noch die Ligazugehörigkeit – entscheidend ist nur, was an diesem Tag auf dem Rasen passiert.
Unsere Mannschaft versuchte, mit Ruhe und spielerischer Qualität die Kontrolle zu übernehmen. Wenn RB das Tempo erhöhte und zielstrebig nach vorne spielte, wurde es gefährlich. Gleichzeitig durfte man sich gegen die mutigen Trierer keine Nachlässigkeit erlauben. Von den Rängen aus wurde jede gelungene Aktion gefeiert, während Fehlpässe und vergebene Möglichkeiten für hörbares Raunen sorgten.
Am Ende stand ein 0:6 auf der Anzeigetafel. Unabhängig davon, wie deutlich die Entscheidung ausfiel, hatte Trier RB einen echten Pokalabend geboten. Nach dem Schlusspfiff kam die Mannschaft zum Gästeblock und bedankte sich bei den mitgereisten Fans. Gemeinsam wurden noch einmal die Schals hochgehalten und die üblichen Gesänge angestimmt.



Danach begann die lange Rückfahrt nach Leipzig. Müde Beine, heisere Stimmen und jede Menge Gesprächsstoff gehörten natürlich dazu. Es wurde über einzelne Spielszenen, die Stimmung im Stadion und den weiteren Verlauf des Wettbewerbs diskutiert. Genau solche Fahrten machen den DFB-Pokal aus: ein ungewohnter Gegner, ein traditionsreiches Stadion und ein ganzer Tag, der sich nur um Fußball dreht.
Trier war eine weite, aber lohnenswerte Auswärtsfahrt. Die Gastgeber und ihre Fans sorgten für eine würdige Pokalkulisse, während wir Leipziger unsere Mannschaft fernab der Heimat unterstützten. Ein Tag zwischen Autobahn, Moselstadion und Pokalfieber, der uns noch eine Weile in Erinnerung bleiben wird.